Quarterly Publication Award

Göttinger Forscher für Studie zur Spezialisierung von Nervenzellen in der Sehrinde ausgezeichnet

Dr. Stefan Pommer, Dr. Andreas Neef und Prof. Dr. Jochen Staiger sowie weitere beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden für Ihre kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift nature communications erschienene Studie, Intrinsic neuronal diversity as a substrate for cortical area specialization in primate vision mit dem Quarterly Publication Award (QPA) II/2026 der Anatomischen Gesellschaft ausgezeichnet.

Im Zentrum der Abbildung ist das nahezu lissenzephale Gehirn eines Weißbüschelaffens zu sehen. Die untersuchten kortikalen Areale sind eingefärbt (türkis: dorsolateraler Präfrontalkortex; orange: primär visueller Kortex). Um das Gehirn herum, sind charakteristische Nervenzelltypen von erregenden und hemmenden Neuronen in ihrer Morphologie und ihrem Aktionspotentialfeuermuster dargestellt.

In einem internationalen Kooperationsprojekt wurde die Großhirnrinde von Weißbüschelaffen auf areale Spezialisierung hin untersucht. Tatsächlich zeigte sich, dass der dorsolaterale Präfrontalkortex (zuständig für Arbeitsgedächtnis) in seiner zellulären Komposition Unterschiede zum primär visuellen Kortex (zuständig für Analyse „retinaler Bilder“) aufweist, die für die jeweilige Funktion zuträglich sein könnten, da nicht nur strukturelle sondern auch funktionelle Parameter signifikante Unterschiede aufwiesen.

Dr. Stefan Pommer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Neuroanatomie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Prof. Dr. Jochen Staiger, Direktor des Instituts für Neuroanatomie der UMG, und Dr. Andreas Neef, Leiter des Labors für Neurophysik am Göttingen Campus Institut für Dynamik biologischer Netzwerke (CIDBN) (v.l.n.r.). Foto: cidbn/felix preuß
Hochauflösende Maximumintensitäts-Bilder der drei verschiedenen Klassen von Nervenzellen im präfrontalen Kortex von Weißbüschelaffen. Links (rot), eine bedornte Pyramidenzelle (Nervenzelle, die nachfolgende Nervenzellen erregt); mittig (grün), ein unbedorntes multipolares Interneuron (Nervenzelle, die andere Nervenzellen schnell und gezielt hemmt); rechts (blau), ein unbedorntes bipolares Interneuron (Nervenzelle, die andere Nervenzellen langsam und längerfristig hemmt). Foto: umg/stefan pommer, pavel truschow

Feyerabend, M., Pommer, S., Mestern, S. et al. Intrinsic neuronal diversity as a substrate for cortical area specialization in primate vision. Nat Commun 17, 7335 (2026). https://doi.org/10.1038/s41467-026-73734-5

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