Urethrale Tuftzellen (UTCs) lösen Abwehrmechanismen wie neurogene Entzündungen aus, indem sie Acetylcholin freisetzen und sensorische Nerven aktivieren.
Dr. Patricia Schmidt aus der Arbeitsgruppe von PD Dr. Klaus Deckmann (Institut für Anatomie und Zellbiologie, Universität Giessen, Direktor: Prof. Dr. Wolfgang Kummer) sowie weitere beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden für Ihre kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Cell Reports erschienene Studie, "Tuft cells trigger neurogenic inflammation in the urethra" mit dem Quarterly Publication Award (QPA) IV/2025 der Anatomischen Gesellschaft ausgezeichnet.

Urethrale Tuft-Zellen (UTCs) wirken als Sensoren für mikrobielle Bestandteile im Urogenitaltrakt und lösen Schutzreaktionen wie den Harndrang aus. Die Studie zeigt, dass durch Aktivierung dieser Zellen freigesetztes Acetylcholin benachbarte Nerven stimuliert, wodurch entzündungsfördernde Neurotransmitter freigesetzt werden. Experimente im Mausmodell belegen, dass dies zu einer sogenannten neurogenen Entzündung führt, die durch spezifische Signalwege und Rezeptoren vermittelt wird. Damit tragen UTCs nicht nur zu übergeordneten Reflexen bei, sondern auch zu lokalen Abwehrreaktionen im Gewebe.
