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Trauermeldung: Prof. Dr. med. Zdenek Halata

Mit großer Betroffenheit erfuhren wir vom Tod unseres verehrten Kollegen Prof. Dr. med. Zdenek Halata. Am 27.10.2020 ist er im Zusammenhang mit einer Covid19-Infektion in seiner Heimat Tschechien verstorben.

Zdenek Halata wurde am 5. Mai 1939 in Olmütz in Tschechien geboren. Von 1956 bis 1962 studierte er Medizin an der Masaryk-Universität in Brno. Im Jahr 1962 kam er als Gast-Assistent zu dem damaligen Direktor des Anatomischen Instituts der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dr. Ernst Horstmann. Bei ihm erlernte er die Technik der Elektronenmikroskopie und begann mit eingehenden Studien an den Rezeptoren der Haut, die zu seiner Lebensarbeit wurden. Mit ausgezeichneten licht- und elektronenmikroskopischen Bildern konnte er freie Nervenendigungen, Vater-Pacini´sche Körperchen, Merkelzell-Rezeptoren, Muskelspindeln, Golgi-Sehnen-Rezeptoren, Ruffini´sche Körperchen und Gelenkrezeptoren darstellen. In vielen Regionen des Körpers beschrieb er die Ausstattung mit diesen Rezeptoren, zeigte deren Ultrastruktur und diskutierte ihre funktionelle Bedeutung. Er erweiterte seine Untersuchungen mit dem Erforschen der embryonalen und postnatalen Entwicklung der Rezeptoren in verschiedenen Spezies sowie mit damals neueren Methoden wie z. B. Histochemie, Immunhistochemie und 3D Rekonstruktionen. Besonders war seine Expertise dann gefragt, wenn es sich um die Charakterisierung der Rezeptoren von neuartigen Knock-out Mäusen handelte. Neben diesen mehr grundlagenwissenschaftlichen Fragestellungen hat er sich auch klinischen Fragestellungen zugewandt, in dem er z. B. diese Rezeptoren an humanen Kreuzbändern untersuchte. Daneben hat er auch an Merkelzellkarzinomen und an der Histologie der Altersveränderungen der menschlichen Atemschleimhaut im Bereich der mittleren Nasenmuschel geforscht.

Zdenek Halata blieb in Hamburg, habilitierte sich für Anatomie und wurde 1978 Professor. Von 1979 bis 2004 leitete er die Abteilung für Funktionelle Anatomie am Anatomischen Institut. Seine Forschungsergebnisse stellte er auf unzähligen nationalen und internationalen Kongressen zur Diskussion und publizierte sie in Originalarbeiten und Handbuchbeiträgen. Eine ausgedehnte Kooperation mit Wissenschaftlern in den USA und Australien brachte viele neue wissenschaftliche Ergebnisse. Auch nach Eintritt in den Ruhestand verfolgte er erfolgreich seine wissenschaftlichen Fragestellungen weiter. In den letzten Jahren hatte er noch Unterrichtsaufgaben in Prag übernommen und unterrichtete auch noch weiter in Hamburg „seine“ Physiotherapeuten, deren Ausbildung ihm sehr am Herzen lag. Anlässlich seiner Lehrveranstaltungen im Hamburg traf er noch bis in diesem Jahr seine ehemaligen Kollegen. Neben den dankbaren Physiotherapeuten hat er unzählige Zahnmedizinstudierende unterrichtet und war damit eine feste und beliebte Größe im Studiengang Zahnmedizin in Hamburg.  

Privat kochte er gerne und sehr gut, sein Humor gepaart mit einem netten tschechischen Akzent sowie einer manchmal schweijkhaften Verschmitztheit wird von uns allen schmerzlich vermisst. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Anatomischen Instituts der Universität Hamburg gedenken in Ehrerbietung des verehrten Kollegen und möchten seiner Familie ihre herzliche Anteilnahme aussprechen.

Die ehemaligen Arbeitskollegen der Hamburger Anatomie

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