Anatomische Gesellschaft
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Fachanatom

Weiterbildungsrichtlinien FACHANATOM Anatomische Gesellschaft

Präambel

Anatomie ist ein medizinisch-naturwissenschaftliches Grundlagenfach. Es befasst sich in der Lehre mit der strukturellen Organisation des gesunden menschlichen Körpers unter funktionellen, klinischen und entwicklungsgeschichtlichen Gesichtspunkten. Ziel anatomischer Forschung ist die Klärung der Funktion von Zellen, Geweben und Organen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Struktur. Dabei kommt der an klinischen Fragestellungen orientierten Grundlagenforschung besonderes Gewicht zu.

Die Weiterbildungsrichtlinien zum Fachanatomen sollen einen Rahmen liefern für die
Ausbildung des anatomischen Nachwuchses in Forschung und Lehre. Sie möchten eine Orientierungshilfe sein, ohne einengend zu wirken.

Richtlinien

An Mitglieder der Anatomischen Gesellschaft kann die Bezeichnung “Fachanatom“ auf Antrag von der Anatomischen Gesellschaft verliehen werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Es muss ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches, medizinisches oder bio- medizinisch orientiertes Hochschulstudium vorliegen (z. B. Biochemie, Biologie, Pharmazie, Psychologie, Humanmedizin, Veterinärmedizin, Zahnmedizin).
  2. Wissenschaftliche und Lehr-Tätigkeit nach Studienabschluss in einem Anatomischen Institut für mindestens vier Jahre (Nachweis durch Publikationen, Bestätigung der Kurs- und Vorlesungstätigkeit). Eine auf den Gebieten Biochemie, Physiologie, experimentelle/klinische Medizin, lmmunologie, Biologie, Mikrobiologie o. a. unter der Leitung eines qualifizierten Fachmanns/einer qualifizierten Fachfrau absolvierte Tätigkeit kann bis zu einem Jahr auf die Weiterbildung angerechnet werden.
  3. Erstautor von mindestens 5 Originalarbeiten in internationalen (“peer reviewed“) Fachzeitschriften für Anatomie, Zellbiologie, u. a.
  4. Durch Zeugnisse, Publikationen oder Bescheinigungen von Ausbildern sind Kenntnisse auf folgenden Teilgebieten der Anatomie nachzuweisen:
    a. Makroskopische Anatomie einschließlich wichtiger klinischer Bezüge
    b. Mikroskopische Anatomie einschließlich wichtiger klinischer Bezüge
    c. Zell- und Entwicklungsbiologie einschließlich deren molekularen Grundlagen
    d. grundlegende Methoden der Anatomie und Zellbiologie
    e. wichtige Vorschriften des anatomischen Leichenwesens und der Konservierung von Leichen.
  5. Bei der Frühjahrs- bzw. Herbsttagung der Anatomischen Gesellschaft findet ein ca. einstündiges Fachgespräch mit drei Mitgliedern einer Prüfungskommission statt, bei dem theoretische und praktische Kenntnisse (s. Punkt 4) auf den Gebieten der Anatomie nachgewiesen werden müssen. Über das Gespräch fertigt der Kommissionsvorsitzende ein Protokoll an. Bei Bedarf können Fachgespräche im Einvernehmen mit dem Kommissionsvorsitzenden und den Mitgliedern der Prüfungskommission auch außerhalb der Tagungen der Anatomischen Gesellschaft stattfinden.
  6. Die Mitglieder der Prüfungskommissionen werden auf Vorschlag des Vorstands von den Mitgliedern der Anatomischen Gesellschaft auf der Geschäftssitzung mit einfacher Mehrheit für die Dauer von drei Jahren bestimmt. Die Mitglieder der Prüfungskommission müssen für das Fach Anatomie habilitiert sein. Die Vorsitzenden müssen für das Fach Anatomie berufen sein.

Der Antrag ist zusammen mit Publikationen, Zeugnissen, Bescheinigungen und des Lebenslaufes an den Schriftführer der Anatomischen Gesellschaft zu richten und wird von diesem an einen der Vorsitzenden der Prüfungskommissionen weitergeleitet. Dieser gibt die schriftlichen Unterlagen an die weiteren Mitglieder der Kommission zur Stellungnahme weiter. Diese entscheiden zusammen mit dem Vorsitzenden, ob die eingereichten Unterlagen die Zulassung zum Fachgespräch rechtfertigen. Bei einem positiven Votum wird der Antragsteller/die Antragstellerin zum Fachgespräch eingeladen. Nach erfolgreichem Abschluss des Fachgesprächs wird vom Vorstand der Anatomischen Gesellschaft der Titel “Fachanatom Anatomische Gesellschaft“ verliehen. Bei negativem Votum ist eine Wiederholung des Fachgesprächs möglich.

Kommissionen

Die folgenden Kommissionen zur Prüfung von Anträgen auf Erteilung der Bezeichnung “Fachanatom Anatomische Gesellschaft“ und Durchführung der Fachgespräche sind derzeit aktiv:

Kommission Nord: Prof. Andreas Wree/Rostock, Prof. Horst Claassen/Halle, Prof. Eveline Baumgart-Vogt/Giessen und Prof. Ingo Bechmann/Leipzig

Kommission Süd: Prof. Nikola Gohlenhofen/Ulm, Prof. Winfried Neuhuber/Erlangen, Prof. Jens Waschke/München und Prof. Carola Meier/Homburg

Weiterbildung zum Erwerb der Bezeichnung FACHANATOM

Fachgebiet Anatomie

Definition
Die Anatomie umfasst den normalen Bau des Körpers mit seiner Entwicklung, seinen Geweben und Organen einschließlich systematischer, topographischer wie funktioneller Aspekte.

Weiterbildungszeit
4 Jahre Weiterbildungszeit an einer Weiterbildungsstätte gem. § 8 Abs. 1; bei Teilzeittätigkeit verlängert sich die Weiterbildungszeit entsprechend.
Angerechnet werden können bis zu 1 Jahr Weiterbildung in der Pathologie, Neuropathologie, Rechtsmedizin sowie bis zu 1/2 Jahr Weiterbildung in allen operativen Fächern, Innere Medizin, Kinderheilkunde, Neurologie, Radiologie, Biochemie und Physiologie.

Inhalt und Ziel der Weiterbildung
Vermittlung, Erwerb und Nachweis eingehender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in grundlegenden Methoden zur Untersuchung morphologisch-medizinischer Fragestellungen der Embryologie, mikroskopischen, makroskopischen und klinischen Anatomie.

Vermittlung und Erwerb von Kenntnissen über Fragen von Vermächtnissen und des Leichen- transports- und Bestattungswesens einschließlich einschlägiger Vorschriften zur Hygiene.

Hierzu gehören in der Anatomie

1.      Eingehende Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der systematischen, topographischen Anatomie einschließlich klinischer Bezüge
  • der Histologie einschließlich Histochemie und lmmunhistochemie mit den entsprechenden Fixations-, Schnitt- und Färbetechniken
  • den verschiedenen Techniken der Elektronenmikroskopie
  • den bildgebenden Verfahren einschließlich Röntgenanatomie
  • grundlegende zellbiologische Methoden
  • quantifizierende Verfahren, z. B. Morphometrie, Statistik

2.      Teilverantwortliche Mitwirkung an mindestens

  • 4 Kursen der Makroskopischen Anatomie
  • 4 Kursen der Mikroskopischen Anatomie
  • Seminaren der Anatomie mit klinischen Bezügen

Im Gegensatz zu Medizinern, die während ihres Studiums bereits an je einem Kurs teilgenommen haben und zum Erwerb des Facharztes für Anatomie nur drei Kurse nachweisen müssen, wird von Naturwissenschaftlern eine viermalige Mitwirkung an den Kursen erwartet.

3.      Vermittlung und Erwerb von Kenntnissen über

  • Vermächtnisse
  • Vorschriften des Leichentransports- und Bestattungswesens
  • Hygienevorschriften

 

Mitglieder der Kommissionen für die Prüfung zum Fachanatomen:

Kommission Nord:
Prof. Andreas Wree / Rostock
Prof. Horst Claassen / Halle
Prof. Eveline Baumgart-Vogt / Giessen
Prof. Ingo Bechmann / Leipzig

Kommission Süd:
Prof. Nikola Gohlenhofen / Ulm
Prof. Winfried Neuhuber Erlangen
Prof. Jens Waschke / München
Prof. Carola Meier / Homburg

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